Kampf den krebserregenden Stoffen am Arbeitplatz!

14.12.2020

In vielen Betrieben - auch im Weinviertel - wird immer noch mit krebserzeugenden Stoffen gearbeitet, was zahlreiche Berufskrankheiten verursacht und jährlich 1.800 Menschen in Österreich das Leben kostet. Die österreichischen Grenzwerte dieser problematischen Stoffe sind oftmals viel höher als in Deutschland und werden zudem nicht eingehalten. In vielen Unternehmen fehlt es schlichtweg an Präventionsmaßnahmen oder betrieblicher Gesundheitsvorsorge. Dies geht aus dem aktuellen Bericht der Arbeitsinspektion hervor. Auch bei der Liste der Berufskrankheiten gibt es einen eklatanten Aktualisierungsrückstand. Was das Bewusstsein betrifft, dass Menschen bei der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit zu gesundheitlichen Schäden kommen können, liegt Österreich im Vergleich zu Deutschland im Dornröschenschlaf. SPÖ-Nationalratsabgeordneter Rudolf Silvan hat daher dem Krebs am Arbeitsplatz den Kampf angesagt.

"Jeder Mensch der aufgrund des Jobs an Krebs erkrankt, ist einer zu viel. Der Bericht der Arbeitsinspektion ist dramatisch", betont Silvan. In einer parlamentarischen Anfrage forderten SPÖ-Mandatare zuletzt konkrete Antworten über die geplanten Maßnahmen und Präventionsprojekte der Regierung, um die gesundheitsgefährdenden Arbeitsplätze der betroffenen Menschen an die notwendige Sicherheit anzupassen. Weiters soll vor allem das Bewusstsein von Ärztinnen und Ärzten geschärft werden, was erkennbare Zusammenhänge zwischen Jobs und Krebserkrankungen betrifft. Diese Erkenntnisse würden dann wiederum der Primärprävention dienen.

Grenzwerte zu hoch "Aber alles Wissen und jede Prävention bringt wenig, wenn die gesetzlichen Grenzwerte der krebserzeugenden Arbeitsstoffe in Österreich weiterhin viel zu hoch sind", so Silvan. "Deutschland ist hier im Vergleich zu Österreich ein Vorreiter, dessen Beispiel wir dringend folgen müssen. Und um die Arbeitsplätze sicherer zu gestalten, muss die Einhaltung der Sicherheitsbestimmung auch konsequent kontrolliert werden!"

Daher haben Rudolf Silvan und weitere SPÖ-Mandatare einen Entschließungsantrag im Nationalrat eingebracht: Angesichts der mit karzinogenen Arbeitsstoffen zusammenhängenden Erkrankungs- und Todesfällen muss es Ziel sein, die Zahl berufsbedingter Krebserkrankungen in Österreich massiv zurückzudrängen und die Schadstoffe dahingehend zu verringern, dass sie das kleinstmögliche Risiko für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bedeuten. Auch die Erarbeitung und Vorlage einer umfassenden Strategie zum Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor gefährlichen Stoffen und Chemikalien an ihrem Arbeitsplatz wird gefordert, die neben der verbindlichen Einführung wissenschaftlich aktueller und risikobasierter Arbeitsstoffgrenzwerte durch Änderung des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes und der Grenzwerteverordnung 2020 auch geeignete Maßnahmen beinhaltet. "Wir haben die zuständige Bundesministerin Christine Aschbacher bereits aufgefordert, die karzinogene Richtlinie schnellstmöglich anzupassen", lässt Silvan nicht locker.

Und NR Silvan kündigt eine österreichweite Petition "Stopp dem Krebs am Arbeitsplatz" an, als weiteren Schritt um den Menschen ein gesundes Arbeitsleben, und in weiterer Folge einen gesunden Lebensabend in der Pension zu ermöglichen.


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