Baumeister Sollness - #Me Too1892 | Henrik Ibsen | theater experiment | KulturPUNKT

Halvard Solness hatte als Baumeister Karriere gemacht. Unter grauenhaften Umständen.

Vor zehn Jahren war sein Haus abgebrannt und im Zusammenhang mit dem Brand sind seine beiden Kinder ums Leben gekommen. Sein Frau kann es bis heute nicht überwinden.

Um sich selbst seine Jugend zu beweisen sucht Solness immer wieder sein Glück bei jungen Frauen. Gleichzeitig hat er Angst vor dieser Jugend, Angst davor, abtreten zu müssen.

Bis die junge Hilde Wangel in sein Leben tritt. Er hatte ihr vor zehn Jahren, als er den großen Turm gebaut hatte, ein Königreich versprochen. Er wollte sie zu seiner Prinzessin machen, was die damals 12-jährige tief beeindruckte. Er versprach es ihr unter vielen Küssen - allein mit ihr in einem Raum. Die Mächtigen durften sich damals noch ungestraft bedienen.

Jetzt will Hilde Wangel, dass der Baumeister sein Versprechen einlöst. Sie hatte ihn damals bewundert und ist enttäuscht, dass Solness nicht zu ihr gekommen ist.

Solness soll, obwohl er nicht mehr schwindelfrei ist, noch einmal einen Turm erklimmen um dort den Richtkranz zu befestigen. Trotz der Einwände seiner Frau steigt Solness nach oben.

Im Sommer 1889 hatte sich Ibsen in eine junge Frau, sie war 18 Jahre alt, verliebt, für die er dieses Königreich errichten wollte. Anders als Solness verzichtete er darauf.

Baumeister Sollness

#Me.Too1892

mit Anna Dangel, Doris Drechsel, Andrea Schwent, Erwin Bail, Josef Pechhacker und András Sosko

Bearbeitung und Regie: Fritz Holy
Bühne und Licht: Erwin Bail
Assistenz und Technik: Andrea Schwent

Gespielt wird bis 31. Oktober 2020 Dienstag bis Samstag 20 Uhr.

Kassa an Spieltagen ab 18 Uhr.

Nähere Auskunft unter:
Erwin Bail: 0664/9082363
Fritz Holy: 0676/5402631

Henrik Ibsen
Geboren am 20.3.1828 in Skien.(Ostnorwegen). Sohn eines reichen Kaufmanns, der bei seinem Bankrott aus der Gesellschaft ausgestoßen wurde; diese bittere Erfahrung des 8jährigen wurde später für ihn zum Hauptthema vieler Dramen.

Er beschloss, zum »Broterwerb« Apotheker zu werden, und schrieb 1848 - dem Revolutionsjahr - neben revolutionären Gedichten das Schauspiel »Catilina«, eine Abrechnung mit der Gesellschaft Roms. 1850 Stud. med. in Oslo. Starkes politisches Engagement. Freundschaft mit Björnson.

1851 künstlerischer Leiter des neuen Theaters in Bergen, in dem seine Stücke aufgeführt wurden.

1857-1862 Direktor des »Norske Teatret«, Oslo. 1858 Heirat mit Susannah Thoresen. 1864 erhielt er durch die Vermittlung Björnsons ein Stipendium für eine Studienreise ins Ausland und blieb bis 1891 in Rom, Dresden und München.

Nach seinem Tod am 23.5.1906 in Oslo hielt man ihn für den größten »modernen« Dichter.