Dach von Dusika-Stadion abgetragen – Spatenstich für neue Sport Arena im Mai

21.01.2022
Copyright Jakob Gramm/MA 51-Sport Wien
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Gestern, am 19. Jänner 2021, wurde das Kegelschalendach des Ferry-Dusika-Stadions mit Hilfe von vier Mobilkränen zerschnitten. Um 13:31 Uhr ist das Dach planmäßig in sich zusammengesunken. Anstelle der 1977 eröffneten Halle wird die multifunktionelle Sport Arena Wien errichtet. Der Spatenstich dafür soll im Mai 2022 erfolgen.

Der Abbruch des Ferry-Dusika-Stadions in der Leopoldstadt befindet sich in vollem Gange. Gestern wurde das Dach der Rundhalle abgetragen. Dafür waren vier Kräne und ein zehnköpfiges Abbruchteam im Einsatz. Die MA 51 - Sport Wien betraute das Bauprojektmanagement-Team der WIP - Wiener Infrastruktur Projekt GmbH, ein Unternehmen der Wien Holding, mit der Umsetzung des Projekts.

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Die Vorarbeiten für den Abbruch laufen bereits seit Sommer 2021. Von Juni bis September 2021 wurde das Stadion ökologisch und sozial nachhaltig rückgebaut. Dabei wurden Schad- und Störstoffe sowie PVC-Böden entfernt und Wertstoffe gesichert. Nach der statischen Beurteilung der Dachkonstruktion wurde für den Abbruch ein Stufenplan erstellt.

Sport Arena setzt neue Maßstäbe

Die neue Sport Arena, die bis 2024 fertiggestellt werden soll, wird mehrere multifunktionale Hallen und Bereiche beinhalten sowie modernsten sportlichen und ökologischen Standards entsprechen. Im Mittelpunkt steht eine große Halle für Ballsportarten, die Platz für bis zu 3.000 Besucher*innen bietet und abseits des Publikumsbetriebs für weitere Sportarten wie Kunstturnen genutzt werden kann. Darüber wird eine Leichtathletikhalle gesetzt. Am Standort sind außerdem Bereiche für Krafttraining und die sportliche Nutzung durch Kinder und Jugendlichen vorgesehen.

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Details zum Dusika-Dach

Beim Dach des Ferry-Dusika-Stadions handelte es sich um ein Kegelschalendach. Es besaß eine nach innen hängende Kegelform und beruhte auf einer Membrankonstruktion. Anstelle von Dachstützen gab es eine Stahlmembran, die zentrisch vorgespannt war, also bereits mit Spannung versehen wurde.

Das Dach wurde zum einen von einer 4 mm starken Blechmembran getragen, die auf Zug vorgespannt war und komplett verschweißt wurde, zum anderen von einem Druckring, der das Dach außen umlief und auf Außenwandstützen angebracht war. Ein eingehängtes Heizhaus mit einem Durchmesser von 20 m und ein eingehängter Heizring mit einem Durchmesser von 60 m wurden ebenfalls für die Vorspannung genützt. Die Spannweite des Dachs betrug insgesamt 110 m.

Der Dachabriss

In einem ersten Schritt wurde die Belastung der Dachkonstruktion reduziert: Dachaufbau sowie angehängte Lasten wurden entfernt. Zudem wurde die Tribünenkonstruktion entfernt und als sogenannte Polsterschüttung in der Hallenmitte aufgeschüttet. Damit wurde das unkontrollierte Abreißen der Dachkonstruktion verhindert und eine zusätzliche Dämpfung erzielt.

Der Abbruch des Dachs erfolgte in drei Phasen, in denen das Stahlblech schrittweise vom Druckring getrennt wurde. Die Schneidearbeiten erfolgten unter statischer Aufsicht. Vier Mobilbaukräne wurden eingesetzt - von jedem Kran aus wurden mittels Schneidelanzen nach und nach Felder in das Dach geschnitten. Jeder Kran deckte dabei jeweils ein Viertel des Dachs für die Schneidearbeiten ab.

Das Dach brach in sich zusammen als rund drei Viertel seines Umfangs durchtrennt waren. Nach dem Abreißen des Daches wird dieses nun am Boden zerschnitten, zerkleinert und abtransportiert. Die Schneidearbeiten dauerten mehrere Tage an. Die gesamten Abbrucharbeiten werden planmäßig mit Mai 2022 beendet sein. Danach kann mit den Bauarbeiten für die neue Sport Arena Wien begonnen werden.