NEUE ALIENS IM HAUS DES MERES Schlangensterne – Verwandte der Seesterne

08.08.2018

Könnte man Menschen auf die Größe von wenigen Zentimetern schrumpfen, wären die bis 30 cm Spannweite messenden Schlangensterne für uns die Monster des Meeres: Sie verfügen über fünf biegsame, lange, mit Stacheln bewaffnete schlangenartige Arme, die in einer fünfeckigen Körperscheibe zusammenlaufen, an deren Unterseite sich ein sternförmiger Mund mit Stachelzähnen befindet.

© GüntherHulla
© GüntherHulla

Der Grüne Schlangenstern von oben (li) und die Unterseite des Körpers mit dem Maul (= der Stern in der Mitte)

Die kopflosen Räuber nehmen damit kleine Fische, Würmer oder Krebse in den Schwitzkasten und verschlucken sie in einem Stück, sodass dann die Oberseite des Schlangensterns eine auffällige Wölbung zeigt. Bei der nächtlichen Jagd verlassen sich die augenlosen Tiere auf ihren Tast- und Geruchssinn. Im Kampf abgetrennte Arme wachsen in wenigen Tagen wieder nach.

© DanielAbed-Navandi
© DanielAbed-Navandi

links: Maul mit Stachelzähnen; rechts: mit Stacheln bewehrte Arme

Meeresbiologen zählen bereits mehrere tausend Arten von Schlangensternen, womit diese Tiergruppe die größte innerhalb der Stachelhäuter ist. Ihre nächsten Verwandten - Seestern, Seeigel und Seegurke - sind meist bekannter, weil man ihnen beim Meeresurlaub oder Aquarienbesuch häufiger begegnet. Um dieser Tiergruppe zu einer ihrem Artenreichtum entsprechenden Prominenz zu verhelfen, zeigt das Haus des Meeres nun im dritten Stock die korallenriffbewohnenden Grünen Schlangensterne. Das ist nur ein Beispiel für den fantastischen Artenreichtum unseres Planeten, der durch das Verschwinden von Korallenriffen massiv bedroht ist.