Sima: Österreichs größtes Biomassekraftwerk wieder am Netz!

 Österreichs größtes Biomassekraftwerk wieder am Netz  Copyright: PID/Jobst
Österreichs größtes Biomassekraftwerk wieder am Netz Copyright: PID/Jobst

Heute ging das Biomassekraftwerk in Simmering nach mehreren Monaten des Stillstands erstmals wieder ans Netz. Das von ÖVP-Bundesministerin Elisabeth Köstinger verursachte Biomasse-Schlamassel rund um die Fördertarife, führte unter der türkis-blauen Bundesregierung gezwungenermaßen zur vorübergehenden Stilllegung des Biomassekraftwerks. Das Land Wien erließ daraufhin umgehend ein neues Fördergesetz zur Rettung des Biomassekraftwerks. Erfreut über die Wiederinbetriebnahme zeigt sich heute Wiens Stadträtin für Umwelt und Wiener Stadtwerke Ulli Sima: "Wien hat auf das Biomasse-Schlamassel von Ministerin Köstinger rasch reagiert und mit einem EU-konformen Gesetz, Österreichs größtes und effizientestes Biomassekraftwerk gerettet. Ich bin froh, dass in Simmering nun wieder Ökostrom und umweltfreundliche Wärme für unsere Stadt produziert werden", so Sima.

Auf dem Weg zur Klimamusterstadt

Wien stellt sich der zentralen Herausforderung des globalen Klimawandels seit Jahrzehnten. Für das Land Wien spielen erneuerbare Energieträger wie die Biomasse am Weg zur Klimamusterstadt und einem CO2-neutralen Wien, eine zentrale Rolle. Deshalb steht auch Österreichs größtes und effizientestes Biomassekraftwerk nicht zufällig in Simmering. Von Wien Energie betrieben, versorgt es 48.000 Haushalte mit Ökostrom und 12.000 Haushalte mit umweltfreundlicher Wärme. Das ist aber nur eine von vielen Maßnahmen. Dank der Anstrengungen der letzten Jahre, ist Wien schon heute das Bundesland mit den geringsten CO2-Emissionen pro Kopf. Auch das ist kein Zufall. Wien hat die Weichen dafür bereits vor 20 Jahren mit dem ersten Klimaschutzprogramm der Stadt Wien (KliP) gestellt: "Und erst kürzlich haben wir darüber hinaus 50 konkrete Maßnahmen präsentiert - von der umweltfreundlichen Mobilität bis hin zur Abfallvermeidung und dem massiven Ausbau der erneuerbaren Energien. So zünden wir den Klimaschutz-Turbo und machen unsere Stadt CO2-neutral", erklärt Sima.

50 Maßnahmen für ein CO2-neutrales Wien

Das Herzstück des Wiener Wegs ist die Vernetzung der Bereiche Strom, Wärme, Verkehr und Abfallentsorgung. Bis 2030 investiert Wien Energie 1,2 Milliarden Euro in den Ausbau erneuerbarer Energien, unter anderem durch den Bau neuer Photovoltaikanlagen auf einer Fläche, die 600 Fußballfeldern entspricht. In Wien Simmering wird die größte Wärmepumpe Europas errichtet, sie versorgt künftig 106.000 Haushalte - das ist mehr als ganz Favoriten - mit ökologischer Wärme. Die Öffis werden weiter ausgebaut, innovative Formen der Mobilität, wie die WienMobil Stationen, bei der die Wiener Linien und ihre Partner die Fahrgäste künftig bis zur Haustüre bringen. Neben U2/U5 wäre auch ein Ausbau der Straßenbahnen über die Stadtgrenzen hinaus denkbar - finanzielle Unterstützung von Bundesseite vorausgesetzt. Zero-Waste durch Abfallvermeidung und Verwertung auch der Verbrennungsrückstände, 16 ha neue Grünflächen in den nächsten Jahren und eine Vielzahl von Cooling-Maßnahmen, zur Abfederung von urbanen Hitzeinseln, sind weitere Maßnahmen am Weg zur Klimamusterstadt.

EU-Schlusslicht Österreich: Klimapolitik braucht breite Allianz

Generell braucht Klimapolitik eine breite Allianz, die Länder brauchen Unterstützung von der Bundesebene: "Nach fast 35 Jahren ÖVP-Umweltministern gibt es hier viel nachzuholen, Österreich ist Schlusslicht in der EU in Sachen Klimaschutz, hohe Strafzahlungen drohen. Wien bietet der neuen Umweltministerin volle Kooperation in Sachen Klimaschutz und zugleich erhoffen wir uns auch breite Unterstützung, etwa bei der U-Bahn-Finanzierung und vor allem in Sachen Pendlerverkehr", so Sima abschließend.