TEATRO BAROCCO präsentiert Opernrarität und Welturaufführung

04.05.2021

Das TEATRO BAROCCO feiert seine zehnte Saison mit einem außergewöhnlichen Opernabend in Perchtoldsdorf. Auf dem Programm stehen zwei Meisterwerke der Musikgeschichte: die Opernrarität "La Corona" von C.W. Gluck sowie die Welturaufführung des Melodrams "Philon und Theone" von G.A. Benda. Beide Werke lassen eine verblüffende Koinzidenz zur heutigen Corona-Pandemie erkennen.

©Bernd R. Bienert
©Bernd R. Bienert

Vom 12. bis 22. August 2021 bietet sich die Gelegenheit das Meisterwerk "La Corona" erstmals in Bernd R. Bienerts Inszenierung bei TEATRO BAROCCO zu erleben.

"Die Vorbereitungen für die Erstaufführung unter Kaiserin Maria Theresia waren abgeschlossen. Die Proben verliefen vielversprechend. Und alle fieberten dem Tag der Premiere entgegen. Doch dann geschah etwas, womit niemand gerechnet hatte und die Aufführung konnte nicht stattfinden", weiß Bernd R. Bienert. Was sich liest wie eine jener der Absagen, die die aktuelle Corona-Pandemie mit sich bringt, gilt auch für die Oper von C.W. Gluck aus dem Jahre 1765, die vor genau 256 Jahren ihre Erstaufführung feiern sollte. Dass sie zudem "La Corona" heißt, ist ein ebenso bemerkenswerter Zufall.

"Ich freue mich sehr, dass wir unser zehntes Jubiläum mit diesem großartigen Programm feiern dürfen", so der Regisseur und Intendant über die Erstaufführung der Oper "La Corona" und die Welturaufführung von "Philon und Theone".

Große Arien und heroische Rivalitäten

Der Spielort in Perchtoldsdorf ist klug gewählt: Die Marktgemeinde war die einstige Sommerresidenz des Komponisten C.W. Gluck. Seine Werke begeisterten den Wiener Hof. 1765 bekam er den Auftrag die Oper für die vier Töchter Maria Theresias zu komponieren. Eine Premiere fand nie statt.

La Corona, Der Siegeskranz, geriet daraufhin für lange Jahre in Vergessenheit.

Erst 200 Jahre später wurde die Oper wiederentdeckt. "Gluck hat mit La Corona ein Meisterwerk der spätbarocken Opernkunst komponiert. Die Musik verzaubert vom ersten Moment an. Vor allem die großen, gefühlvollen Arien beeindrucken", schwärmt Bernd R. Bienert. Das Metastasios Libretto ist durch einen griechischen Mythos inspiriert. Die Jagd auf den wilden Kalydonischen Eber dient als Rahmen für heroische Rivalitäten sowie dem leidenschaftlichen Streben nach Ruhm und Ehre.

Welturaufführung von "Philon und Theone"

Ein weiterer Höhepunkt erwartet das Publikum mit dem zweiten Teil des Jubiläumsprogramms: die Welturaufführung des Melodrams "Philon und Theone" von G.A. Benda. Das Schicksal dieses Werks hat ebenso Parallelen zur Gegenwart: Wie viele aktuelle Stücke wurde es zwar fertiggestellt, konnte aber nicht wie geplant uraufgeführt werden. Nun wird "Philon und Theone" weltweit erstmals von TEATRO BAROCCO aus der Taufe gehoben. Die Partitur des Meisterwerks aus der Feder des von W.A. Mozart höchst verehrten böhmischen Komponisten G.A. Benda hat in der Österreichischen Nationalbibliothek die Zeiten überdauert. Das Stück ist die orphische Geschichte eines Schiffbrüchigen, der nach seiner Trennung von der Geliebten während eines Sturms nach ihr sucht. "Es ist eine Ehre, eines der bedeutendsten Musiktheaterwerke des 18. Jahrhunderts erstmals zu inszenieren", betont Bernd R. Bienerts. Benda hatte 1779 mit einer neuartigen Konzeption versucht, die Form des Melodrams durch Integration von Glasharmonika, Sopran, Chor und Orchester zu reformieren und in Opernnähe zu rücken. Das Ergebnis: eine großartige, abwechslungsreiche und vielfältige Komposition voll von verzaubernden Effekten.

Welturaufführung

Mit der Welturaufführung des vierten Melodrams von G.A. Benda schließt das TEATRO BAROCCO an seine Erfolgsserie an. Denn seit 2012 brachte es alle drei bekannten und von Mozart so geliebten Melodramen - Ariadne auf Naxos, Medea und Pygmalion - erstmals im sorgfältig den historischen Anweisungen folgenden Regiestil auf die Bühne.

Sieben Termine im August

In seiner zehnten Saison beeindruckt das TEATRO BAROCCO mit musikhistorisch solitären Opernproduktionen. Bernd R. Bienert erarbeitet mit hochbegabten jungen Sängerinnen die beiden Meisterwerke in Kostümen und Bühnenbildern des 18. Jahrhunderts. Bayreuth-Dirigent Christoph U. Meier leitet das Ensemble TEATRO BAROCCO auf historischen Instrumenten. Die Premiere des Jubiläumsprogramms findet am Donnerstag, 12. August, um 19.30 Uhr statt.

Weitere Termine: 14., 15., 18., 19., 20 und 22. August.

Die Aufführungen finden unter Einhaltung aller notwendigen Sicherheitsvorkehrungen und in Abstimmung mit den zuständigen Behörden statt. Tickets können unverbindlich und ohne Anzahlung reserviert werden.

HARD FACTS:

TEATRO BAROCCO

Premiere: Donnerstag, 12. August 2021

Weitere Termine: Sa, 14.08, So, 15.08. Mi, 18.08. Do, 19.08. Fr, 20.08. So, 22.08.

Uhrzeit: 19.30 Uhr

Location: Neuer Burgsaal, Paul-Katzberger-Platz 1

2380 Perchtoldsdorf, NÖ

Website: https://www.teatrobarocco.at

Tickets: Tel +43 1 866 83 400

Mail: info@perchtoldsdorf.at