(Wien) Großes Interesse an Bürger*innenbeteiligung zu Naschmarkt-Parkplatz

28.04.2021

Fast 2.400 umfangreiche Zuschriften in 1. Woche - Raus aus dem Asphalt und viel Begrünung statt Betonwüste

Die vor einer Woche gestartete Bürger*innenbeteiligung zur Neugestaltung des 12.000 m2 großen Hitze-Hotspots Naschmarktparkplatz ist bereits zu Beginn auf sehr großes Interesse gestoßen. Seit Start am 19. April bis gestern, Dienstag, haben sich 2.392 Personen intensiv mit der Zukunft des Naschmarktparkplatzes auseinandergesetzt. Auf der Webseite https://markthalle.wienwirdwow.at/ haben sie umfangreiche Ideen und Erwartungen eingebracht sowie Fragen via E-Mail übermittelt und sich somit sehr detailliert mit der Thematik befasst. Das Beteiligungsverfahren läuft noch bis Juni.

"Ich freue mich sehr über das große Interesse an der Bürger*innenbeteiligung und die vielen Rückmeldungen zur Neugestaltung des Naschmarktparkplatzes, der eine der größten innerstädtischen Hitzeinseln ist", so Planungsstadträtin Ulli Sima im Zuge einer Anfragebeantwortung heute im Gemeinderat. "Es zeigt sich, dass sich die Wienerinnen und Wiener inhaltlich intensiv mit der Zukunft des Naschmarktparkplatzes auseinandersetzen wollen. Und dass wir hier mit der breiten Einbindung der Bevölkerung den richtigen Weg gehen, mit dem klaren Ziel, den innerstädtischen Hitze-Hotspot am Naschmarkt zu entschärfen und das Gebiet für die Bezirksbewohner*innen zu öffnen, zu begrünen und zu attraktivieren", so Sima. Das Ziel ist ein kühler Ort mit ausreichend Schatten, möglichst viel Grün und hoher Aufenthaltsqualität. Geplant ist auf der bisherigen Parkplatzfläche auch eine offene Markthalle, die in Hitzeperioden ausreichend Schatten bietet. In vielen europäischen Städten sind Markhallen ein großer Anziehungspunkt für Einheimische und für TouristInnen. Die offene Halle soll heimischen ProduzentInnen Platz bieten, ihre lokalen und regionalen Produkte anzubieten und den Naschmarkt aufzuwerten.

"Auf dem 12.000 m2 großen Parkplatz gibt es ausreichend Möglichkeiten, unterschiedliche Nutzungsangebote zu gestalten. Unser Credo ist: Raus aus dem Asphalt! Wir wollen rund 2/3 der asphaltieren Fläche aufbrechen und begrünen", so Sima weiter. Für den Bezirksvorsteher des 6. Bezirks, Markus Rumelhart, ist die breite Einbindung der Bevölkerung in diesen Prozess zentral und die Beseitigung der Hitzeinsel ein ganz wichtiges Ziel für seinen Bezirk.

Knapp 50 Prozent der bisher am Prozess Teilnehmenden kommen übrigens aus dem 4.,5 und 6. Bezirk. Das Durchschnittsalter beträgt 42 Jahre. Es gibt noch viele offene Themen, die in den nächsten Wochen der Bürger*innenbeteiligung diskutiert werden. Wöchentlich finden sich auf der Projektwebseite zwei neue Fragen. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen, sich inhaltlich mit der Zukunft des Naschmarktparkplatzes auseinander zu setzen.

Parkplatz nur zu 40 % ausgelastet

Übrigens: Der heutige Parkplatz, der nun entsiegelt und umgestaltet wird, war bis 1972 Marktgebiet und wurde auch als solcher benutzt. Erst mit der Fertigstellung des Großmarktes in Wien-Inzersdorf hat man sich, dem Zeitgeist der 70er Jahre entsprechend, dazu entschieden, daraus einen riesigen Parkplatz zu machen. Mittlerweilen ist er einer der größten Hitzeinseln der Stadt und das soll sich nun ändern. Der Flohmarkt wird bleiben.

Hintergrund zum breiten und sehr intensiven Beteiligungsprozess

Die Beteiligung läuft über die Webseite https://markthalle.wienwirdwow.at/, der Prozess wird aufgrund von Covid-19 vorwiegend in digitaler Form abgewickelt. Zusätzlich wurden rund 10.000 Anrainer*innenbriefe in den Bezirken 4, 5 und 6 versendet, mit der Möglichkeit sich inhaltlich einzubringen.

Ergänzend zur digitalen Plattform sind im Mai und Juni corona-konforme, kleine Informationsveranstaltungen vor Ort mit den Bezirksvorsteher*innen der Bezirke 6, 5 und 4, also Markus Rumelhart, Silvia Jankovic und Lea Halbwidl geplant. Sofern die aktuelle Covid-Situation die Durchführung erlaubt, wird rechtzeitig dazu eingeladen.

Der Beteiligungsprozess läuft noch bis Juni 2021. Die Ergebnisse werden im Juli präsentiert und bilden eine wichtige Grundlage für den europaweiten Gestaltungswettbewerb. Dieser soll im Herbst 2021 starten und die bisherige Betonwüste Naschmarktparkplatz in einen begrünten, gekühlten, attraktiven Ort mit einer offenen Markthalle für regionale Angebote verwandeln, die eine Ergänzung für den bestehenden Naschmarkt werden soll.

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