Wiener Grüne fordern Spekulationsverbot für Altbauten

06.02.2020
Pixabay
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Wer in Wien einen Altbau mit der Absicht kauft, ihn binnen kurzer Zeit gewinnbringend weiterzuverkaufen, soll das künftig nicht mehr so einfach machen dürfen. Das hat der Klubchef der Wiener Grünen, David Ellensohn, heute, Donnerstag, bei einer Pressekonferenz gefordert. Die Grünen treten für ein Spekulationsverbot für die Dauer von 15 Jahren bei Altbauten ein. Geht es nach den Grünen, sollen Immobilien-Firmen nur dann Altbauten weiterverkaufen dürfen, wenn das Gebäude generalsaniert wurde oder dabei das Dachgeschoß ausgebaut wurde.

"Wohnungen werden in Wien am privaten Wohnungsmarkt immer teurer. Wir haben jetzt einmal hinterfragt, warum ist das so?", sagte Ellensohn. Dabei sei er auf mehrere Altbauten gestoßen, die binnen kürzester Zeit mit hohen Gewinnsteigerungen weiterverkauft worden seien. Insgesamt 30 solcher Häuser will Ellensohn in Wien ausgemacht haben, die ausschließlich dadurch teurer geworden waren, weil sie mehrmals hintereinander den Besitzer gewechselt hätten. Die Bandbreite reiche dabei laut Ellensohn von einer Spanne von 10 Millionen in knapp zwei Jahren bei einem Gebäude in der Kolingasse am Alsergrund bis zu mehreren Hunderttausend Euro in wenigen Monaten bei einem Gründerzeitbau in Floridsdorf.

"Das Geschäft machen in diesen Fällen nur die Zwischenhändler. Der Bauträger, der dann am Ende tatsächlich das Dach ausbaut oder Wohnungen saniert, muss die höheren Kosten hereinholen", so Ellensohn. Das bedeute wiederum, die Mieten oder der Kaufpreis für die Menschen, die im Haus wohnen werden, steigen. Auch würden von den Kurzzeit-EigentümerInnen MieterInnen mit alten, günstigen Verträgen aus ihren Wohnungen gedrängt. "Ein leeres Haus ohne Mieterinnen und Mieter ist natürlich auch nochmal mehr wert", sagte Ellensohn.

Die Grünen fordern hohe Steuern auf die Spekulationsgewinne aus Verkäufen. "Diese Gewinne der Zwischenhändler müssen wir einfach wegbesteuern", forderte Ellensohn. Die Einnahmen sollen in den geförderten Wohnbau fließen. So werde das Geschäftsmodell der An- und Weiterverkäufe unattraktiver; Gründerzeithäuser würden dann von Immo-Investoren tatsächlich saniert. Davon würden auch MieterInnen profitieren.

Für ihre Pläne brauchen die Grünen die Unterstützung im Bund. Auch der rote Koalitionspartner in Wien soll mit an Bord geholt werden.

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