Wiener Stadtregierung gedenkt Anschlagsopfer mit Schweigeminute

25.01.2021
Copyright C.Jobst/PID
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Kerzen und Blumen an Tatorten entfernt und aufbewahrt; Gedenkstein-Enthüllung nach Ende des Lockdowns

Die gesamte Wiener Stadtregierung hat heute, Montag, am Desider-Friedmann-Platz eine Gedenkminute für die Opfer der Terrornacht vom 2. November 2020 abgehalten. Bei der Zeremonie anwesend waren Bürgermeister Michael Ludwig, Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr, Vizebürgermeisterin Kathrin Gaál, die amtsführenden StadträtInnen Jürgen Czernohorszky, Peter Hacker, Peter Hanke, Veronica Kaup-Hasler und Ulli Sima sowie die nicht amtsführenden StadträtInnen Bernadette Arnoldner, Isabelle Jungnickel, Peter Kraus, Judith Pühringer und Dominik Nepp. Die Spitzen von Wiener Landtag und Gemeinderat, Ernst Woller und Thomas Reindl, sowie Magistratsdirektor Erich Hechtner nahmen ebenfalls am Gedenken im ersten Bezirk teil.

"Der Terroranschlag war eine schwere Zäsur in der Geschichte unserer Stadt. Es gab in dieser Nacht aber auch ein positives Signal des Miteinanders, denn viele Menschen haben sich umeinander gekümmert, haben sich gegenseitig beschützt. Die Anteilnahme mit den Opfern haben unzählige Menschen mit Kerzen, Blumen und Kränzen, die sie an den Orten des Attentats niederlegten, zum Ausdruck gebracht. Diese Anteilnahme ist vom Wien Museum von Anfang an dokumentiert worden, um die kollektive Erinnerung an den Anschlag zu bewahren. Für dieses Mitfühlen und das Zusammenhalten in der Stadt möchte ich mich im Namen der Stadtregierung bei allen Wienerinnen und Wienern sowie den Gästen in unserer Stadt bedanken", so Bürgermeister Ludwig in einem Statement. "Mit dieser Gedenkminute wollen wir zum Ausdruck bringen, dass die Opfer nicht vergessen sein werden."

In der schlichten Verabschiedungszeremonie wurden die zahlreichen von der Zivilgesellschaft bereitgestellten Kerzen, Blumen und Kränze von der Stadt Wien eingesammelt. 40 dieser Kerzen werden dem Haus der Geschichte Österreich zur Archivierung und als Erinnerung an Anteilnahme und Engagement der Bevölkerung übergeben. Darüber hinaus haben auch Kunstschaffende Interesse an den Überresten der Kerzen bekundet.

Nach der Gedenkminute wurde von MitarbeiterInnen der MA 48 und der Gruppe Sofortmaßnahmen begonnen, die restlichen Kerzen zu entfernen. In schwarzen Behältnissen verwahrt werden sie so lange zwischengelagert, bis klar ist, welche Kunstschaffenden damit Exponate gestalten werden. Das Wien Museum hat zudem als urbanes Universalmuseum die vielen Gedenkorte im ersten Bezirk fotografisch festgehalten und dadurch für die Nachwelt erhalten.

Nach Ende des derzeitigen Lockdowns wird Bürgermeister Michael Ludwig in Anwesenheit der Stadtregierung im Rahmen einer "würdigen Gedenkveranstaltung" einen von den Friedhöfen Wien aus der Steinmetzwerkstätte Simmeringer Hauptstraße angefertigten Gedenkstein aus Hartberger Granit in der Innenstadt enthüllen. Die Schriftstellerin Monika Helfer wird einen eigens für diesen Anlass verfassten lyrischen Text vortragen, Angehörige der Opfer sollen zur Gedenkveranstaltung eingeladen werden. Bei dem Attentat in der Wiener Innenstadt wurden vier Menschen erschossen und 23 weitere teils schwer verletzt, der Attentäter von der Polizei gestellt und erschossen.

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