Klar.Text: Die SPÖ in der Sackgasse: Zeiler, Babler und der lachende Dritte Kickl

28.09.2026

Thema dieser Klartext-Folge ist der Machtkampf an der SPÖ-Spitze nach einem chaotischen Wochenende. Gerhard Zeiler wollte seine Kandidatur gegen Andreas Babler eigentlich mit einem großen Exklusiv-Interview in der Sonntags-Krone verkünden. Gerüchte, Babler wolle Finanzminister Markus Marterbauer zum Vizekanzler machen, und eine Indiskretion aus Zeilers Umfeld zwangen ihn aber zu einem überhasteten, verfrühten Start.

Laut der Analyse reihte sich danach Fehler an Fehler. Zeiler schwieg zwei Tage lang, offenbar wegen der Absprache mit der Krone, und ließ seine Gegner das Feld bestimmen. Dass er sich ausgerechnet mit der babler-kritischsten Zeitung verbündete, stärkte zusätzlich den linken Parteiflügel. Auch sein ZIB-2-Interview wirkte unvorbereitet und blieb bei Allgemeinplätzen. Unterstützung kam nur von ehemaligen Landeshauptleuten, nicht von den aktuellen. Michael Ludwig hielt sich bedeckt.

Babler hat die Partei intern derzeit fest im Griff, extern sprechen die Umfragewerte von rund 15 Prozent aber klar gegen ihn. Möglich bleibt ein Sonderparteitag, etwa auf Initiative von Ludwig oder Doris Bures, den Zeiler knapp gewinnen könnte. Selbst dann bliebe für ihn aber eine "No-win-Situation", weil offen ist, welche Rolle er in der unbeliebten Regierung übernehmen könnte.

Kritisiert wird auch das "Alters- und Reichen-Bashing" gegen Zeiler. Die Gesprächspartner plädieren dafür, dass die SPÖ ihre unterschiedlichen Flügel (Wiener Innenbezirke, Außenbezirke, Burgenland) als Stärke begreift und sie unter einer starken Führungsperson vereint. Ihr Fazit lautet: Der eigentliche Gewinner des Theaters ist Herbert Kickl, und bei Neuwahlen drohe der SPÖ die Einstelligkeit.

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