Der Salon lebt – Eine Sommernacht bei den Rothzwillingen

10.07.2026

Wien, um 1800. In den Salons der Stadt treffen sich Künstler, Dichter und Musiker. Man liest. Man musiziert. Man spricht miteinander – bis tief in die Nacht. Geführt wurden diese Salons meist von Frauen. Frauen, die von Universitäten und vielen öffentlichen Institutionen ausgeschlossen waren. Der Salon bot ihnen eine der wenigen Möglichkeiten, intellektuell zu wirken – und Einfluss zu nehmen. Zu den berühmtesten Salonnièren gehörte Fanny von Arnstein. Ihr Haus zählte zu den glanzvollsten Salons Wiens – und wurde besonders während des Wiener Kongresses zum Zentrum des gesellschaftlichen Lebens. Diese Tradition schien fast vergessen. Fast. Denn seit vielen Jahren laden die Rothzwillinge regelmäßig zu ihren Salonabenden. Musik und ausgewählte Texte bilden den Rahmen. Ein Kulturgut – man kann es ohne Übertreibung so nennen – wird hier lebendig gehalten. Heute Abend: der vierzigste Salon. Das Thema: die Sommernacht. Die Rothzwillinge tragen Texte und Lieder vor – passend zur lauen Nacht. Christian Germain begleitet am Saxophon und mit seiner Tenorstimme. Am Klavier: Vasilis Konstantin. Ein Abend voller Poesie und Musik. Ein Abend, der nachklingt. Und wie es sich für einen echten Salon gehört, endet er nicht mit dem letzten Ton. Die Gespräche gehen weiter – inspirierend, lebendig, bis lange nach Mitternacht. Sogar unser Chefredakteur vergaß bei Gesprächen über die Secession und die Albertina die Zeit. Der Salon lebt. 

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