Großes SOLANGE‑Kunstwerk in Raasdorf: 550‑m²‑Installation am Siloturm präsentiert

06.05.2026

Die Region hat gestern ein starkes Zeichen bekommen. In Raasdorf wurde an der Westfassade des Hasitschka‑Siloturms die neueste Installation des internationalen Kunstprojekts SOLANGE präsentiert. Die Künstlerin Katharina Cibulka entrollte gemeinsam mit ihrem Team ein 550 Quadratmeter großes, im Kreuzstich besticktes Gerüstnetz – ihre mittlerweile 35. Arbeit aus der weltweiten SOLANGE‑Serie. Das Kunstwerk zeigte erstmals den neuen Satz, der bis zur Enthüllung geheim gehalten wurde: "Solang a Bäurin zvü oackat, oba zweng Aunerkennung ernt, bin i Feminist:in." Ein Statement im Weinviertler Dialekt, das die oft unsichtbare Mehrfachbelastung von Bäuerinnen thematisiert. Cibulka hatte im Vorfeld mit zahlreichen Frauen aus der Region gesprochen. Viele berichteten von Erschöpfung, fehlender Wertschätzung und der doppelten Verantwortung zwischen Landwirtschaft und Sorgearbeit. Genau diese Realität wollte die Künstlerin mit der Installation sichtbar machen. Auch die Gastgeberin, Dipl.-Ing. Sonja Hasitschka, betonte die Bedeutung des Projekts. Frauen würden in der Landwirtschaft oft zentrale Aufgaben übernehmen, aber bei Entscheidungen und Anerkennung noch immer zu wenig berücksichtigt. Die Enthüllung des Netzes war der Höhepunkt des Nachmittags. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher waren gekommen, um den Moment mitzuerleben. Ab 15.30 Uhr konnte das Kunstwerk vollständig einjustiert und perfekt präsentiert gefilmt und fotografiert werden. Mit der Installation setzt das WEIN/4‑Festival ein deutliches Zeichen für Gleichstellung und gesellschaftliche Aufmerksamkeit – mitten im Marchfeld, mitten im Alltag der Menschen, die hier leben und arbeiten.

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