Jüdisches Museum Wien: James T. Hong „Apologies v 2016.2, 2021“

12.10.2022

Das Jüdische Museum Wien, ein Museum der Wien Holding, präsentiert von 13. Oktober 2022 bis 12. Februar 2023 im Museum Dorotheergasse die Videoinstallation Apologies (Entschuldigungen). In der Arbeit des taiwanesisch-amerikanischen Filmkünstlers James T. Hong entschuldigen sich Staatsoberhäupter aus aller Welt für staatlich angeordnete oder sanktionierte Verbrechen.

Entschuldigungen hinterfragen

Beginnend mit Willi Brandt, der 1970 vor dem Denkmal des Warschauer Ghettoaufstandes auf die Knie fiel, sind kommentarlos Entschuldigungen aneinandergereiht. Jede Rede dauert nur wenige Minuten, dann folgt das nächste Staatsoberhaupt mit der nächsten Entschuldigung, chronologisch geordnet, bis in die jüngste Gegenwart. Jede oder jeder Einzelne liest ihren oder seinen vorbereiteten Text, sie unterscheiden sich nur in Mimik und Gestik. Jede Entschuldigung muss hinterfragt werden. Ist sie ernsthaft empfunden oder nur ein Lippenbekenntnis? Hat der symbolische Akt eine Wirkung? Manches Staatsoberhaupt ist sichtlich emotional bewegt, manches liest die Entschuldigung scheinbar unbewegt ab. Manche Entschuldigung wirkt ehrlich, manche erzwungen. Manche Staatsoberhäupter wie Barack Obama oder der Papst entschuldigen sich in dem Video mehrmals, manche kommen nur einmal vor.

Die Ritualhaftigkeit inszenierter Reueakte

Die insgesamt über eineinhalb Stunden dauernden Apologies evozieren Emotionen: Denn während eine Entschuldigung auf die nächste folgt, gehen die Verbrechen weiter - und alles, was folgt, ist die nächste Entschuldigung. Apologies lässt die Betrachtenden an der Menschlichkeit zweifeln und sowohl über politische Verantwortung nachdenken als auch über wohlfeile Entschuldigungen, die den Täter*innen oft mehr helfen als den Opfern.

Die Literaturwissenschaftlerin und Auschwitz-Überlebende Ruth Klüger stellte fest: "Man sagt 'Nie wieder' und dann schauen Sie sich mal all die Massaker an, die inzwischen passiert sind. Es ist absurd zu sagen, es soll nicht wieder passieren." Aus diesem Grund hat Apologies seinen Platz im Jüdischen Museum Wien. Die Arbeit reflektiert die Ritualhaftigkeit, aber auch die Phrasenhaftigkeit von staatlich inszenierten Reueakten und fragt, wie wir in Zukunft mit erlittenem und viel mehr noch mit begangenem Unrecht umgehen wollen.

"Ursprünglich als Videoinstallation konzipiert, ist Apologies eine Zusammenstellung von politischen Entschuldigungen und eine Zeitleiste des politischen Fortschritts - als reuelose Rückfälligkeit oder zerknirschte Wiederholung. Es handelt sich um eine fortlaufende Arbeit, die in dieser Version mit dem Jahr 2016 endet. Jedes Jahr werden Dutzende von Entschuldigungen gesammelt, sie werden hinzugefügt, sobald es die Zeit erlaubt.

Die Zeit heilt nicht alle Wunden; sie kann nicht alle Rechnungen begleichen oder alle Streitigkeiten beilegen. Aber die Identität der einmal als solche benannten Täter kann sich ändern, und die Aufgabe einer staatlichen Entschuldigung besteht darin, einen symbolischen Akt zu dokumentieren, der den Auftakt für eine mögliche Versöhnung und Vergebung bilden soll. Um diese Ziele zu erreichen, ist die Aufrichtigkeit der Sprechenden von größter Bedeutung, vor allem, wenn sie ihren Text von einem für sie vorbereiteten Drehbuch ablesen." James T. Hong

Videoinstallation bis 12. Februar 2023 zu sehen

"James T. Hong: Apologies v 2016.2, 2021" ist von 13. Oktober 2022 bis 12. Februar 2023 im Jüdischen Museum Wien zu sehen. Die Präsentation der Videoinstallation wurde vom Team des Jüdischen Museum Wien kuratiert.

Das Jüdische Museum Wien, Dorotheergasse 11, 1010 Wien, ist von Sonntag bis Freitag 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der zweite Standort, Museum Judenplatz, Judenplatz 8, 1010 Wien, ist von Sonntag bis Donnerstag von 10 bis 18 Uhr, freitags 10 bis 14 Uhr (Winterzeit) bzw. 17 Uhr (Sommerzeit) geöffnet.

Der Afro Ebony Ball verwandelte das Palais Niederösterreich in Wien in eine Bühne voller Eleganz, Kultur und internationaler Verbundenheit. Unter dem Motto "A Night of Kings & Queens" feierten Gäste aus Diplomatie, Kultur, Wirtschaft und der afrikanischen Diaspora eine glanzvolle Nacht, die moderne afro‑inspirierte Ästhetik mit klassischer Wiener...

Der Wiener Pflege- und Patientinnenanwalt Gerhard Jelinek schlägt Alarm: Das aktuelle Gutachterwesen belastet Patientinnen – besonders chronisch Erkrankte – und führt zu unnötigen Mehrfachbegutachtungen. Jelinek fordert eine unabhängige Begutachtungsstelle, faire Honorare für Gutachter*innen und verpflichtende Hausbesuche, wenn der...

Copyright David Bohmann
Copyright David Bohmann

🎉 Neuer BILLA Kaufmann in Groß‑Enzersdorf! Nach über 15 Jahren in der BILLA Familie erfüllt sich Norbert Militowski seinen großen Traum: Er eröffnet seinen eigenen Markt in der Oberhausnerstraße 2. 🛒 Auf 750 m² Verkaufsfläche erwartet euch ein modernes Einkaufserlebnis mit starkem Fokus auf regionale Produkte – von Andi's Freilandeiern über...

Bei der offiziellen Präsentation des neuen CEWE Dance against Cancer-Kalenders standen Mut, Zusammenhalt und echte Geschichten im Mittelpunkt. Der Kalender ist nicht nur ein künstlerisches Projekt, sondern eine wichtige Unterstützung für Menschen, die täglich mit einer Krebserkrankung leben – und eine bedeutende Spendenquelle für die...

Ostern rückt näher – und im Tiergarten Schönbrunn gibt es heuer einen ganz besonderen "Verwandten" des Osterhasen zu entdecken! 🐇💙 Am Tirolerhof ist die seltene Kaninchenrasse Blaue Wiener eingezogen. Mit ihrem dunkelblauen Fell und ihrem neugierigen, zutraulichen Wesen begeistern sie große und kleine Besucherinnen und Besucher.

Der Frühling ist zurück – und mit ihm der Oster‑ & Frühlingsmarkt in Schloss Schönbrunn! 🌼✨ Seit 15. März verwandelt sich der Ehrenhof in ein farbenfrohes Frühlingsdorf voller Genuss, Handwerkskunst und Familienfreude. Über 80 liebevoll gestaltete Stände, kreative Attraktionen für Kinder und die ersten warmen Sonnenstrahlen machen den Besuch zu...

Die österreichischen Eismacher starten offiziell in die neue Saison – und heuer wird's besonders cremig. Die Sorte Cassata, inspiriert von der sizilianischen Dessertklassikerin, wurde zum Eis des Jahres 2026 gekürt. Von 27. April bis 3. Mai präsentieren Eissalons im ganzen Land ihre kreativen Cassata‑Varianten.

Share