Missstände im Begutachtungssystem: Patientinnenanwalt warnt nach ME/CFS‑Fall

30.01.2026

Ein tragischer ME/CFS‑Fall erschüttert Österreich.

Der Wiener Patientinnenanwalt Dr. Gerhard Jelinek warnt erneut vor massiven Missständen: ME/CFS‑Betroffene sind weiterhin dramatisch unterversorgt – medizinisch wie sozial. Viele Sachverständige der PVA zeigen laut Beschwerden zu wenig Empathie, verweigern Hausbesuche und begegnen dem Krankheitsbild mit Skepsis. Die Folgen: abgelehnte Berufsunfähigkeit, zu niedrige Pflegegeldstufen, fehlende Absicherung.

Dass diese Warnung berechtigt ist, zeigt ein weiterer Fall, der unserer Redaktion persönlich bekannt ist.

Einer schwer traumatisierten Patientin wurde bei einer Pensionsbegutachtung untersagt, ihre Familienhelferin mitzunehmen – obwohl eine Begleitperson für Sicherheit und Stabilität entscheidend gewesen wäre. Der Ausschluss führte zu einer akuten Panikattacke. Statt zu deeskalieren, soll die Ärztin die Patientin lautstark zurechtgewiesen und sogar mit einem Rauswurf gedroht haben.

Dieser Vorfall wirft zentrale Fragen auf:

• Wie fair und schonend verlaufen Begutachtungen wirklich?

• Wie gut sind Sachverständige auf traumatisierte Menschen vorbereitet?

• Und wie objektiv kann ein Gutachten sein, wenn die Untersuchungssituation selbst eskaliert?

Für viele Betroffene ist das kein Einzelfall, sondern ein strukturelles Problem im Begutachtungssystem – mit direkten Auswirkungen auf Pensionen und Pflegegeld.