Brasilianischer Rohrzucker statt Wiener Zucker? Zuckerfabrik Leopoldsdorf muss bleiben

17.02.2023

Kucharowits: MERCOSUR darf nicht zur Hintertür für die Pestizid-Einfuhr werden

Auch Nationalratsabgeordnete Katharina Kucharowits warnt vor kurzsichtigen Entscheidungen, die die landwirtschaftliche Produktion in der EU erschweren. "Was wir nicht selbst nach guten und nachhaltigen Maßstäben produzieren wird letzten Endes importiert und richtet in anderen Teilen der Welt immensen Schaden an", verweist Kucharowits etwa auf den Zuckerrohr-Anbau in Brasilien, dem der Regenwald immer weiter weichen muss und ergänzt: "Bei vielen Nahrungs- und Futtermittelimporten wird nicht genau genug darauf geachtet wie sie in den Herkunftsländern hergestellt wurden. Mit Handelsabkommen wie MERCOSUR werden heimische landwirtschaftliche Betriebe einem immensen Preisdruck ausgesetzt und die Pestizide erst wieder durch die Hintertür eingeführt. Damit werden die bestehenden Probleme nur verschärft anstatt sie zu lösen."


Zonschits: Landwirtschaftliche Produktion im Marchfeld muss zukunftsfit werden
"Das Marchfeld ist eine der wichtigsten Regionen für die österreichische Landwirtschaft. Das muss es auch in Zukunft bleiben", betont der designierte Landtagsabgeordnete Rene Zonschits der Anstrengungen auf allen politischen Ebenen einfordert, um die Landwirtschaft im Marchfeld zukunftsfit zu machen: "Die letzten Jahre haben klar gezeigt, wie wi" />
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Durch die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), gegen Notfallzulassungen bestimmter Pestizide, stehen der Zuckerrübenanbau in ganz Europa und die damit verbundenen Arbeitsplätze wie in der Zuckerfabrik Leopoldsdorf vor einer ungewissen Zukunft. Vor diesem Hintergrund fordern

EU-Abgeordneter Günther Sidl, Nationalratsabgeordnete Katharina Kucharowits, der designierte Landtagsabgeordnete Rene Zonschits, der Leopoldsdorfer Bürgermeister Clemens Nagel sowie Betriebsrat Dietmar Hubek im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz langfristige Lösungen für eine nachhaltige Zuckerproduktion, die auch die Eigenversorgung Österreichs garantiert.

Sidl: EU braucht Forschungsstrategie für nachhaltige Pestizid-Alternativen

Für den EU-Abgeordneten Günther Sidl aus dem Bezirk Melk passiert auf europäischer Ebene und Bundesebene viel zu wenig, um die Pestizide zu ersetzen. "Es muss endlich allen klar sein, dass alles was wir in die Natur einbringen schlussendlich auch auf unseren Tellern und damit auch in unserem Körper landet - und da haben Umweltgifte nichts zu suchen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die EU endlich dafür sorgt, dass nachhaltige Alternativen zu den gängigen Pestiziden zur Verfügung stehen", so Sidl, der im EU-Parlament konsequent für eine EU-Forschungsstrategie zu nachhaltigen Alternativen für die verwendeten Umweltgifte eintritt und auch mehr Initiativen der österreichischen Bundesregierung für langfristige Lösungen einfordert: "Verbote allein lösen das Problem nicht. Nur wenn nachhaltige Alternativen zur Verfügung stehen, kann die Landwirtschaft zu einem noch stärkeren Partner für Umwelt- und Klimaschutz werden."

Kucharowits: MERCOSUR darf nicht zur Hintertür für die Pestizid-Einfuhr werden

Auch Nationalratsabgeordnete Katharina Kucharowits warnt vor kurzsichtigen Entscheidungen, die die landwirtschaftliche Produktion in der EU erschweren. "Was wir nicht selbst nach guten und nachhaltigen Maßstäben produzieren wird letzten Endes importiert und richtet in anderen Teilen der Welt immensen Schaden an", verweist Kucharowits etwa auf den Zuckerrohr-Anbau in Brasilien, dem der Regenwald immer weiter weichen muss und ergänzt: "Bei vielen Nahrungs- und Futtermittelimporten wird nicht genau genug darauf geachtet wie sie in den Herkunftsländern hergestellt wurden. Mit Handelsabkommen wie MERCOSUR werden heimische landwirtschaftliche Betriebe einem immensen Preisdruck ausgesetzt und die Pestizide erst wieder durch die Hintertür eingeführt. Damit werden die bestehenden Probleme nur verschärft anstatt sie zu lösen."

Zonschits: Landwirtschaftliche Produktion im Marchfeld muss zukunftsfit werden

"Das Marchfeld ist eine der wichtigsten Regionen für die österreichische Landwirtschaft. Das muss es auch in Zukunft bleiben", betont der designierte Landtagsabgeordnete Rene Zonschits der Anstrengungen auf allen politischen Ebenen einfordert, um die Landwirtschaft im Marchfeld zukunftsfit zu machen: "Die letzten Jahre haben klar gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir uns in Österreich selbst versorgen können. Ohne die landwirtschaftliche Produktion aus dem Marchfeld wäre das undenkbar. Deshalb ist es jetzt umso wichtiger, dass wir alles daran setzen, unsere Nahrungsmittelproduktion an die geänderten Rahmenbedingungen anzupassen und zusammen für eine blühende Zukunft im Marchfeld arbeiten. Denn da geht es nicht nur um über 300 Arbeitsplätze in und um die Zuckerfabrik Leopoldsdorf - da geht es um eine gute Zukunft für unsere gesamte Region!"

Nagel für Pestizideinsatz mit Augenmaß

Aus Sicht des Leopoldsdorfer Bürgermeisters Clemens Nagel wäre eine weitere Notfallzulassung für die im Zuckerrübenanbau verwendeten Pestizide kurzfristig das geringste Übel. "Es geht hier um den Einsatz von gebeiztem Saatgut, durch das im Vergleich mit anderen Pestiziden 25 Mal weniger Pestizide in die Ackerflächen kommen und mit dem Nützlinge wie Bienen nicht in Kontakt kommen", so Nagel, der in diesem Zusammenhang mehr Augenmaß einfordert: "Natürlich müssen wir den Umwelt- und Klimaschutz konsequent vorantreiben. Aber moderate Mittel wie die Saatgutbeize sind sicher nicht das dringendste Problem, für das die Zukunft der Leopoldsdorfer Arbeitsplätze geopfert werden muss. Im Gegenteil - es muss alles unternommen werden, damit die Landwirte bei einem möglichen schädlingsbedingtem Totalausfall des Saatguts aus De- minimis-Beihilfen und aus dem Landwirtschaftsbudget schnell und unbürokratisch unterstützt werden"

Hubek: Zukunft der Beschäftigten muss langfristig gesichert werden

"Die Zuckerfabrik Leopoldsdorf ist nicht nur ein wichtiger Baustein für die österreichische Eigenversorgung mit hochqualitativem Zucker, sie bietet auch die Lebensgrundlage für über 200 Beschäftigte und deren Familien", betont FSG- Betriebsrat Dietmar Hubek, der auf eine nachhaltige Lösung drängt: "Die Arbeitsplätze in der Zuckerfabrik Leopoldsdorf müssen endlich dauerhaft abgesichert werden, damit die Beschäftigten und ihre Familien endlich wieder Planungssicherheit haben. Dafür braucht es auf allen politischen Ebenen klare Weichenstellungen für eine gute und ungefährdete Zukunft des Agrana Zuckerwerks in Leopoldsdorf."

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