ÖGDV: Kein krebsförderndes Risiko von Sonnenschutzmittel nachgewiesen

02.09.2021

Verwendung von Sonnenschutz bereits ab dem Kindesalter führt zu Reduktion nicht-melanozytärer Hauttumore und Melanome im Alter. Einsatz wird uneingeschränkt empfohlen.

Die AG Photomedizin und die AG Melanom und dermatologische Onkologie der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV) erklären in einer Stellungnahme, dass kein krebsförderndes Risiko von Sonnenschutzmittel nachgewiesen ist und empfehlen uneingeschränkt deren Einsatz. Hintergrund ist die Mitteilung des Valisure Labors an die amerikanischen Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) von Mai 2021, laut der in 43 von 224 getesteten Sonnenschutzmittel und 8 von 48 After-Sun Präparaten Benzol, das als potenziell karzinogene Substanz eingestuft wird, nachgewiesen werden konnte.

Univ. Prof. Dr. Angelika Hofer, Vorsitzende der Arbeitsgruppe Photomedizin der ÖGDV, sagt: "Bislang wurde kein krebsförderndes Risiko von Sonnenschutzmittel beim Menschen nachgewiesen, während zahlreiche Studien deren Nutzen bestätigen, vor den negativen Folgen von Sonnenlichtexposition wie verstärkter Hautalterung und der Entstehung von weißem und schwarzem Hautkrebs effektiv zu schützen.

Sonnenschutzmittel werden laufend geprüft

Grundsätzlich unterliegen Sonnenschutzmittel der Kosmetikverordnung[1] und daher dürfen ihre Inhaltsstoffe bei normalem oder vorhersehbarem Gebrauch die menschliche Gesundheit nicht schädigen. In der Europäischen Union werden Produktion und In-Verkehr-Bringung von Sonnenschutzmitteln als kosmetische Mittel durch einen ständigen Ausschuss (SCCS) überwacht und im Bedarfsfall national behördlich überprüft. Beunruhigte Konsument*innen können außerdem im Internet einsehen, ob ihre Sonnenschutzprodukte kürzlich getestet worden sind und keine Benzolrückstände aufweisen.[2] Einzelne Hersteller haben reagiert und die beanstandeten Produkte umgehend vom Markt genommen. Während ein karzinogenes Risiko von Sonnenschutzmitteln beim Menschen bisher nicht nachgewiesen werden konnte, gibt es zahlreiche Studien, die den Nutzen bestätigen.

So konnte gezeigt werden, dass die Verwendung von Sonnenschutzmittel, bereits ab dem Kindesalter, zu einer Reduktion nicht-melanozytärer Hauttumore und Melanome im Alter führt. Auch größere Meta-Analysen randomisierter, kontrollierter Studien bestätigen den überwiegend positiven Effekt von Sonnenschutzmitteln bei der Verhinderung von Hautkrebs und Hautalterung. Besonders Menschen mit hohem Hautkrebsrisiko, beispielweise nach einer Organtransplantation, zeigten in klinischen Studien weniger Hautkrebsvorstufen unter regelmäßiger Verwendung von Sonnenschutzmitteln (LSF >50, hoher UVA Schutzfaktor) und weniger invasive Plattenepithelkarzinome.