SPÖ-NÖ bringt Antrag zur Anstellung pflegender Angehöriger ein

24.06.2021

Die Zahl der sogenannten "Hochaltrigen" (80+) wird bis zum Jahr 2035 im Bezirk Korneuburg von derzeit
5.384 (Statistik 2020) auf geschätzte 7.380 Personen anwachsen. Damit verbunden wird auch die Zahl der
pflegenden Angehörigen weiter rasant stiegen, was eine Aufwertung dieser Tätigkeit unbedingt notwendig macht. Denn wer Angehörige pflegt, kann keinem anderen (Vollzeit)Job nachgehen. "Das darf nicht darin münden, dass ganze Familie verarmen, nur weil ein älteres Familienmitglied daheim gepflegt wird", sagt Bezirksvorsitzender StR Martin Peterl. Daher schließt er sich der Forderung der SPÖ-NÖ an, pflegende Angehörige künftig anzustellen.

Im Bezirk Korneuburg beziehen 4.037 Personen Pflegegeld (Stand Dez. 2017). 249 davon befinden sich in
stationärer Betreuung, 414 benötigen eine 24-Stunden-Pflege, 795 werden mobil zur Unterstützung von
Angehörigen betreut. Beim Rest ist davon auszugehen, dass sie im Familienverband "informell" betreut
werden. "Das ist eine enorme Zahl an Menschen, die aufgrund der Pflege von Angehörigen nicht oder nur teilweise berufstätig sein können. Genau für diese Personengruppe bietet das nun vorgeschlagene Modell eine umfassende arbeits- und sozialrechtliche Absicherung", unterstreicht die Volkshilfe-Bezirksvorsitzende Vizebgm. Gabriele Fürhauser. "Jeder von uns, der daheim Angehörige betreut weiß, wie zeitlich und oft auch finanziell anstrengend es ist, alles unter einen Hut zu bringen. Wenigstens den arbeitsrechtlichen Druck können wir den pflegenden Angehörigen so nehmen", ergänzt Matrin Peterl.

Daher hat die SPÖ-NÖ bei der Landesregierung einen Antrag zur Anstellung pflegender Angehöriger eingebracht. Damit können die Betroffenen abgesichert und auch das Personalproblem in der Pflege generell abgefedert werden, meinen Bezirksvorsitzender Peterl und Volkshilfe-Vorsitzende Fürhauser. Als Vorbild kann das Burgenland dienen, wo man in dieser Angelegenheit schon viel weiter ist.

Konkret geht es um bis zu 500 pflegende Angehörige, die bei der NÖ Landesgesundheitsagentur ab Herbst angestellt werden sollen. Voraussetzung ist eine 150-Stunden-Grundausbildung (100 Stunden Theorie, 50 Stunden Praxis). Das Einkommen soll nach Betreuungsgrad gestaffelt werden und auch eine Unterstützung durch eine Diplomierte Gesundheits- und Pflegeperson (DGKP) erfolgen:

Pflegestufe 3 20 Stunden pro Woche 1.018 Euro netto 1x im Monat DGKP

Pflegestufe 4 30 Stunden pro Woche 1.426 Euro netto 2x im Monat DGKP

Pflegestufen 5-7 40 Stunden pro Woche 1.722 Euro netto 2x/Monat bis zu 2x pro Woche

"Das ist ein fairer Vorschlag für alle, die sich um ihre Angehörigen kümmern und auch eine massive Entlastung des Pflegesektors insgesamt", sind sich SPÖ-Bezirksvorsitzender StR Martin Peterl und Volkshilfe-Bezirksvorsitzende Vizebürgermeisterin Gabriele Fürhauser einig.